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Autorin: Elizabeth Strout

Bereits kurz nach Erscheinen des Buches konnte von Christine Westermann aus dem WDR-Fernsehen „Frau TV“ eine Meinung über den Roman verlautbart werden, den ich an dieser Stelle gerne zitiere: "Der Sommer kommt erst noch, aber wenn ich jetzt schon mal vorsichtig mit einer Liste für die schönsten Urlaubsbücher anfangen sollte, dann würde dieses Buch an erster Stelle stehen. Und dort vermutlich auch sehr lange bleiben."

Und viele andere Leser tun das auch, bei diesem Buch bleiben, gedanklich weiter verweilen, über die Personen der 13 Geschichten, die durchaus auch gerne als eigenständige Geschichte gelesen werden können, nachdenken und doch ja – manch einer vermisst sie sogar, die Menschen aus Crosby, einem kleinen Küstenort in Maine/USA. Dort kennt jeder noch jeden und manch Geheimnis der Anwohner wird aufgedeckt. Zwar sind die 13 Geschichten jeweils die einzelner Menschen, allerdings zieht sich  durch diesen – nennen wir ihn einfach „Geschichten-Roman“ ein roter Faden in Person der Mathelehrerin Olive Kitteridge. Von vielen wird sie als Nervensäge bezeichnet, weil sie zu allem ihre Meinung hat, mitunter auch verletzend rüberkommt und als respektlos empfunden wird. Anderseits empfindet man sie auch als selbstlos und mitfühlend, unter dem Strich mag man sie irgendwie doch. Und weil Olive sich einmischt, weiß sie auch so viel über ihre Mitmenschen. Sie macht sich Gedanken um die schrille Barpianistin, die ihrer verlorenen Liebe hinterhertrauert und sich manch einer nach Lesen des Buches noch fragt, ob sie das noch immer tut, kümmert sich um die Sorgen des jungen ehemaligen Schülers, der keinen Sinn mehr im Leben sieht und natürlich sind da auch noch ihr Sohn, der sich von ihr bevormundet fühlt und ihr Mann, der die Ehe mit ihr nicht immer nur als Segen empfindet.
Auf all diese Personen blickt der Leser quasi wie durch ein Fernglas und beobachtet so das Treiben in Crosby und streift so sämtliche Geschichten um Liebe, Kummer und Freude, Ängste und Sorgen, Tod und auch die Schönheit des Augenblicks. Und inmitten der Geschichten dieser Personen lernen wir mit Olive Kitteridge zusammen das Leben kennen und lieben, wie es ist – oder lernen wir es gar neu kennen?

Elizabeth Strout hat 2009 für diesen Roman den Pulitzer-Preis erhalten und stand monatelang unter dem Originaltitel „Olive Kitteridge“ auf der Bestsellerliste der New York Times.

Rezensiert von A. Steidel

ISBN-13: 978-3630873305, 352 Seiten, Luchterhand Literaturverlag