Autoren: Jerry Scott und Jim Borgman

Katherine Howe - Das Hexenbuch von Salem

Rund um Salem in den Jahren um 1692/1991 - drei Jahrhunderte spannender Geschichte, vereint im Leben einer jungen, aufstrebenden Geschichtsstudentin namens Connie Goodwin. Die Autorin wirft immer wieder auf das Leben von Deliverance Dane im Jahr 1692 und ihrer Nachkommen. Ein roter Faden zieht sich bis ins Jahr 1991 zu Connie, die zunächst jedoch nichts davon ahnt. Erst als ihre Mutter Grace sie bittet, sich in den Semesterferien um das langsam verfallende Haus ihrer Grandma in Marblehead zu kümmern, wird Connie nach und nach gewahr, welch lange Ahnenkette sich in ihr Leben gewirkt hat. Beim Säubern des alten Hauses mit dem verwilderten Kräutergarten findet sie in der Bibel der Großmutter einen kleinen Schlüssel und einen Zettel, auf dem sie gerade noch eben den Namen Deliverance Dane entziffern kann. Verwundert darüber, wieso ein Schlüssel in einer Bibel aufbewahrt wird, macht sie sich auf die Suche nach Deliverance Dane und erkennt schnell, dass sie einer Hexe auf der Spur ist - einer Hexe, die in keinem Buch von Salem als solche aufgeführt war. Connie beschließt, das Thema für ihre Doktorarbeit zu benutzen und berichtet ihrem Doktorvater davon, der sich zunächst zurückhaltend, dann doch sehr interessiert für ihre Recherchearbeiten zeigt und sie nahezu unter Druck setzt, dass sie endlich diese Primärquelle, dieses Buch, findet. Connie entdeckt durch das Auffinden von Deliverances Nachlassakte, dass sie eine weise Frau, eine Heilerin gewesen sein muss und ein Rezeptbuch, eine Art Almanach geführt hat. Und genau dieses Buch möchte sie finden. Immer tiefer steigt sie ein in die Familienbande um Deliverance, findet den Nachlass ihrer Tochter Mercy und deren Tochter Prudence, einer Hebamme. Dort verliert sie zunächst die Spur nach dem Hexenbuch, da Prudence es der Gemeindebücherei gespendet haben soll. Während der Recherchen lernt sie Sam kennen, der gerade dabei ist, die Kirche zu restaurieren. Er ist ihr eine große Hilfe bei der Suche nach dem Almanach.
Als sie eines Tages zum Haus ihrer Großmutter zurück kommt, muss sie zusammen mit ihrer Freundin Liz und Sam feststellen, dass jemand die alte Eingangstür mit einem eingebrannten Kreis aus Kreuzen und lateinischen Wörtern versehen hat. Doch auch die Polizei kann ihr nicht weiterhelfen und geht von Vandalismus während der örtlichen Halloween-Feierlichkeiten aus.

Doch dann beginnt auch ihre Mutter Grace immer wieder, sie zur Vorsicht zu mahnen und stellt Fragen über Sam. Connie ist verwundert, weil sie ihrer Mutter nie wirklich von ihm und der immer innigeren Verbindung erzählt hat. Andererseits ist ihre Mutter Aura-Leserin, ein Teil der Mutter, der Connie wirklich öfters auf die Nerven gegangen ist. Mit diesem New-Age-Kram konnte sie nie so recht etwas anfangen.

Immer öfter hat Connie den Eindruck, dass dieses alte, abseits gelegene Haus, das noch nicht einmal über Strom verfügt, sie verändert. Als sie beim weiteren Entrümpeln zwischen den Rezeptkarten der Großmutter ein paar lateinische Sprüche findet, steckt sie diese verwundert ein und vergisst sie zunächst, bis sie sich im Park bewusst wird, dass diese noch in ihrer Hosentasche sind. Just in dem Moment, als sie eine Pusteblume in der Hand hält, nimmt sie eine der Karten heraus und liest den darauf befindlichen Text laut vor sich hin - und erlebt wirklich Wundersames... doch als sie Sam davon erzählt, kann er sie davon überzeugen, dass es sicherlich nur Zufall war. Ihr Doktorvater setzt sie indes immer mehr unter Druck und fragt ständig nach ihrem Fortschreiten der Dissertation und dem Auffinden der Primärquelle. Gleichzeitig erfährt sie von einer weiteren Professorin der Universität, dass ihr Doktorvater eine recht merkwürdige Lesung gehalten hat - offensichtlich ist er der Überzeugung, dass der Stein der Weisen keinesfalls
ein Mysterium, sondern eine Tatsache ist. Im Laufe ihrer Suche wird der Doktorvater Connie immer suspekter, bis sie erkennt, dass auch er nur das eine will - das Hexenbuch, das Buch der Schatten, wie er es bezeichnet. Er scheint überzeugt davon zu sein, dass dieses Buch von Deliverance Dane den endgültigen Beweis dafür liefert, dass der Stein der Weisen existiert.

Connie probiert indes noch einmal den Spruch auf der Rezeptkarte aus - und wieder passieren Dinge, die sie sich nicht erklären kann. Nur weiß sie jetzt, dass das alles kein Zufall ist, sondern Kräfte, die in und um sie herum wirken.

Als eines Tages ein Anruf von Sams Mutter kommt, muss sie erfahren, dass er während der Restaurationsarbeiten schwer gestürzt ist und im Krankenhaus liegt. Die Ärzte können seinem gebrochenen Bein zwar helfen, stellen aber fest, dass Sam unter schweren Anfällen leidet, wohl einer Art Epilepsie. Doch es stellt sich heraus, dass sie im Grunde ahnungslos sind und ihm nicht helfen können. Als Connie ein Telefongespräch zwischen Sams Eltern mithören kann, weiß sie, dass nicht nur sie vom Schlimmsten ausgeht - Sam wird sterben, wenn ihm nicht geholfen werden kann.

Connie sucht weiter im Haus, ob sie Spuren von Deliverance findet und vor allem, ob sie herausfinden kann, wohin der Schlüssel gehört, den sie in der alten Hausbibel von Sophia gefunden hatte. Noch immer kommt ihr der Fundort sehr merkwürdig vor - bis sie auf ein Ritual stößt, in dem ein kleiner Schlüssel und eine Bibel keine unwesentliche Rolle spielen. Sie probiert es und findet heraus, dass nur sie diejenige ist, die Sam helfen kann und die Lösung dieser Hilfe nur in Deliverances Almanach zu finden sein wird.

Wieder und wieder nimmt sie sich die Nachlasslisten vor und versucht, die Spuren des Buches wiederzufinden, aber gerade, als es zum Greifen nah ist, scheint ihr Doktorvater ihr einen Strich durch die Rechnung machen zu wollen, der urplötzlich in den alten Archiven der Harvard-Bibliothek auftaucht, wo ein letztes Buch, das in Frage kommt, auf sie wartet...

Natürlich sollt Ihr nun selbst lesen, was genau denn nun passiert, ob sie das Hexenbuch findet, welche Entdeckung sie für sich macht, welche Rolle der Doktorvater weiter spielt, ob sie Sam retten kann und und und...

Die Autorin hat hier wunderbare Parallelgeschichten geschaffen, die auf einzigartige Weise doch wieder in unserer Zeit zusammenführen. Die Schicksale von vieler Frauen, deren Leben unmittelbar miteinander verbunden ist. Die Zeit der Hexenverfolgung im Salem des 17. Jahrhunderts, der Versuch eines Mädchens, den Leumund ihrer Mutter wiederherstellen zu lassen, Leid, Hunger und der Verlust der geliebten Männer, Weisheit und die Angst eines Volkes, die sich wohl bis in die heutige Zeit gezogen hat und noch immer in der Menschen Köpfe sitzt.

Die Autorin ist in Houston geboren und lebt mit ihrem Mann und ihrem Hund Arlo, der auch im Hexenbuch von Salem eine Rolle spielt, in Marblehead. Sie hat Kunstgeschichte und Philosophie an der Columbia Universität studiert und ihre Promotion mit einem Forschungsseminar über Hexerein in Neu England absolviert. Während dieser Zeit entwickelte sich auch die Idee zu diesem Buch. Das Hexenbuch von Salem befand sich auf Platz 2 der New York Times Bestsellerliste.

Rezensiert von Anke Steidel

512 Seiten, Verlag Page & Turner

ISBN 978-3442203567